The same procedure as every year?

Blog vom 21. Dezember 2020
Krakauer Krippen in der Peterskapelle,
gestaltet von Paul Laternser

Dieses Jahr wirft uns die Pandemie ein "Nein" vor die Füsse. Nein, es wird nicht dasselbe Vorgehen wie jedes Jahr sein. Aber aus dem störenden Nein zum Gewöhnlichen kann ein gutes Ja werden. Gedanken von Florian Flohr, Leiter des Teams der Peterskapelle.

Der Kernsatz aus dem berühmten Sylvester-Sketch «Diner for one» gilt meist auch für das Weihnachtsfest. Das meiste läuft nach jahrelang eingespielten Ritualen ab, in Familien, Geschäften und Betrieben, in Politik und Öffentlichkeit. Ohne besondere Absprachen und Überlegungen wird abgespult, was an Weihnachten als normal gilt: Schenken, Feiern, Essen, Verwandtschaft und Freundschaften pflegen, Weihnachtsgrüsse schicken, in die Kirche gehen…

Nein

Dieses Jahr wirft uns die Pandemie ein «Nein» vor die Füsse. Nein, es wird nicht dasselbe Vorgehen wie jedes Jahr sein. Um die Gesundheit und das Leben der Mitmenschen zu schützen, dürfen wir nicht tun, was wir gewohnt sind. Das schmerzt, denn mit den Gewohnheiten sind auch viele Erinnerungen und positive Energien verbunden.

Allerdings kann dieses «Nein» auch heilsam sein. Es zwingt uns, über die Bedeutung von Weihnachten und den Sinn unserer Weihnachtsroutinen nachzudenken. Und ich fände es gut, wenn wir diese Gedanken nicht nur auf Ersatzlösungen für 2020 beschränken und dann auf möglichst normale Weihnachten 2021 hoffen. Die Geschichte von dem Mann und der schwangeren Frau, die von der Besatzungsmacht zu einem weiten Weg gezwungen werden und in den üblichen Unterkünften keinen Platz mehr finden, vom Baby, das in einem Schafstall geboren wird, von einem Baby-Gott, der arme Hirten und fremde Gelehrte um sich schart, von Botschafterinnen, die Frieden verkünden, von der Familie mit dem Neugeborenen, die vor einem Gewaltherrscher flüchten muss – diese Geschichte von Menschlichkeit mitten in der Unmenschlichkeit bietet viele aktuelle Anknüpfungspunkte.

Ja

Aus dem störenden Nein zum Gewöhnlichen kann ein gutes Ja werden. Ein Ja zu neuen Formen des Kontakts und der Begegnung, bei denen ich eine bewusste Auswahl treffe, wer mir wichtig ist. Ein Ja zur Entschleunigung – nicht nur an den Festtagen. Ein Ja zum Teilen mit denen, die auf der Schattenseite sind. Und was ist Ihr Weihnachts-Ja?

Die Kirchen versuchen, auf die neue Situation einzugehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, allein oder im engen Familienkreis Weihnachten wirken zu lassen.

  • Ein Besuch bei verschiedenen Krippen kann durch die Vielfalt der Deutungen und Zugänge zum eigenen Miterleben der Weihnachtsgeschichte anregen (Übersicht: ).

  • Kurzmeditationen und Stationenwege am Heiligabend sollen möglichst vielen Menschen einen Moment der Besinnung in den Kirchen bieten. (, www.reflu.ch).

  • Die Kirchen unterstützen die Nachbarschaftshilfe (Einkaufen, Besorgungen) von Vicino (, Quartierhilfe).

  • Menschen geraten durch Corona in Not; die Kirchen unterstützen Hilfswerke und bitten um Spenden: für Sans-Papiers (www.sans-papiers.ch/luzern), für Sexarbeitende, ); für die Gassenarbeit (); für Armutsbetroffen (); für Menschen im Süden (); für Kinder in Betlehem ().

Schöne Weihnachten!

Mit diesem Beitrag schliesst der Weihnachtsblog ab. In 18 Beiträgen haben wir das lokale Gewerbe und die verbliebenen Weihnachtsanlässe unterstützt. Exponenten der Wirtschaftsverbände kamen zu Wort. Für uns gibt es in schwierigen Zeiten gibt es nur eines: den Blick vorwärts. In diesem Sinn wünschen wir allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch.

Albert Schwarzenbach


Bis zuletzt mit vollem Einsatz dabei

Blog vom 19. Dezember 2020

Der Bundesrat hat es verfügt: Das Luzerner Theater muss geschlossen bleiben. Bis zu diesem Entscheid hat die Theaterleitung alles getan, um einen reduzierten Betrieb aufrecht zu erhalten. Verwaltungsdirektor Adrian Balmer sagt, wie schwierig diese Situation war. Ein Blick zurück.

Albert Schwarzenbach: Nichts geht mehr im Luzerner Theater. Der Bundesrat hat das kulturelle Leben lahmgelegt. Was sagen Sie dazu?

Adrian Balmer: Das schmerzt! Theaterleute leben für das Theater, für jede einzelne Aufführung. Und zwar live! Uns blutet das Herz, dass die aktuelle Situation keine andere Möglichkeit offenliess, als die Kulturunternehmen erneut zu "grounden". Und wir hoffen sehr auf eine baldige und nachhaltige Entspannung.

Albert Schwarzenbach: Bereits vorher war die Situation schwierig. Auf die Frage, wie Sie sich fühlen, haben Sie gesagt: "Land unter".

Adrian Balmer: Das war ein Sinnbild für unsere damalige Arbeitssituation. Die Corona-Krise warf unseren Arbeitsplan und unsere Organisation über den Haufen. Uns schränkten die Schutzbestimmungen des Bundes stark ein. Der Aufwand war gross – für die Schutzmasken, die Reinigung, die Desinfizierung vor den Auftritten und auf der Bühne.

Albert Schwarzenbach: Wurden denn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet?

Adrian Balmer: Wir hatten Verdachtsmomente in der Belegschaft und mussten im Einzelfall die Quarantäne anordnen. Konkret haben wir vier bis fünf Fälle von Erkrankungen registriert. Die Betroffenen haben wir sofort isoliert. Im Haus ist aber niemand angesteckt worden. Wir setzten die Schutzkonzepte konsequent um.

Albert Schwarzenbach: Seit dem 29. Oktober war das Publikum auf 50 Personen beschränkt. Was bedeutete das für Sie?

Adrian Balmer: Eine grosse Herausforderung. Die Oper "Das schlaue Füchslein" verlangt 50 Musikerinnen und Musiker, die aber mit den Abstandsregeln im Orchestergraben keinen Platz finden. So mussten wir auf eine andere Orchesterfassung für nur 21 Personen ausweichen. Allerdings müssen wir dafür Tantiemen abliefern. Bei der Originalfassung wäre das nicht der Fall gewesen. Nun mussten wir angesichts der verschärften Massnahmen kapitulieren – die Premiere vom letzten Sonntag wurde abgesagt.

Albert Schwarzenbach: 50 Besucherinnen und Besucher statt wie normalerweise 350 – 400. Wie gingen Sie damit um?

Adrian Balmer: Wir mussten selektionieren. 80 Prozent der Plätze gingen an die Abonnenten, der Rest in den freien Verkauf. Wenn die Vorstellung nicht für Abonnements vorgesehen war, konnten mehr Plätze im freien Verkauf angeboten werden.

Albert Schwarzenbach: Mit einem Publikum von nur noch 50 Leuten konnte keine Stimmung aufkommen.

Adrian Balmer: Ja und nein. Es war im Saal sicher ruhiger – aber auch konzentrierter.  Andererseits spürten wir eine grosse Dankbarkeit bei den Besucherinnen und Besuchern, dass wir spielen, die sich in grossem Applaus und sogar Standing Ovations ausdrückte.

Albert Schwarzenbach: Haben Sie nie daran gedacht, das Theater von sich aus bereits früher zu schliessen?

Adrian Balmer: Wir haben das diskutiert. Unsere Aufgabe ist aber, zu spielen. Unsere Leute sind unter Vertrag und wollen auf die Bühne. Das ist ihr Leben. Wir hätten nur rund 10 Prozent gespart, denn es gibt natürlich Verträge, die weiterlaufen. Wenn wir das Haus bereits früher geschlossen und Kurzarbeitsgeld beantragt hätten, wären das auch öffentliche Mittel gewesen.

Albert Schwarzenbach: Das Defizit wird grösser. Wer deckt es?

Adrian Balmer: Wir wagen keine Prognose, wie wir die Spielzeit finanziell abschliessen werden, denn wir wissen nicht, wie lange das Virus so stark verbreitet ist und uns einschränkt. Die Schliessung wirft uns jetzt noch mehr zurück und wir müssen nun doch partiell in Kurzarbeit gehen.

Albert Schwarzenbach: Im Extremfall mussten Sie Vorstellungen absagen. So zum Beispiel das Stück "Happy End auf der Allmend", das in der Swissporarena gespielt worden wäre.

Adrian Balmer: Wir haben diesen Entscheid sehr bedauert. Aber mit 50 Besucherinnen und Besuchern hätte das Aufwand-/Ertragsverhältnis definitiv nicht mehr gestimmt. Wir müssen mit unseren Mitteln haushälterisch umgehen.

Albert Schwarzenbach: Zum Theaterbesuch gehört das Cüpli vor der Vorstellung im Foyer und für das Premierenpublikum die Premierenfeier. Beides fiel zeitweise weg.

Adrian Balmer: Wir konnten nach rund drei Wochen Gastro-Pause ein neues Angebot einführen. Im Foyer durften Getränke im Foyer gekauft und in den Theaterraum mitgenommen werden, wo die Gläser auf kleine Tische gestellt werden konnten, was vom Publikum sehr geschätzt wurde.

Albert Schwarzenbach: Wir stecken mitten in der Corona-Krise und trotzdem sollte das Luzerner Theater den neuen Spielplan vorbereiten.

Adrian Balmer: Unsere neue Intendantin Ira Karr und ihr Team sind voll an der Arbeit. Wir gehen davon aus, dass wir in der kommenden Spielzeit wieder normal spielen können. Die Verträge mit den Künstlerinnen und Künstler werden wir abschliessen. Wir sind optimistisch hoffnungsvoll.    

 

Adrian Balmer,
Verwaltungsdirektor Luzerner Theater

Das süsse Reich an der Pfistergasse

Blog vom 18. Dezember 2020

"Schokolade macht glücklich". Diesen Eindruck erweckt die gebürtige Thurgauerin Susanne Moser. Kunststück: Sie führt an der Pfistergasse 15 einen Schoggiladen. Bereits vor acht Uhr morgens kommen die ersten Kunden.

Sie wollte sich verändern. Wegen der Liebe zog es sie im Jahr 1975 nach Emmenbrücke, wo sie eine Stelle in einer Bank annahm. 1982 änderte sich ihr Berufsleben. Über Bekannte wurde ihr ein Schoggiladen an der Pfistergasse in Luzern angeboten, der bereits seit 1948 bestand. "Es war Liebe auf den ersten Blick", erinnert sie sich. Die Ambiance und natürlich die Schokolade zogen sie an.

Morgens um 7 Uhr zum Kaffee

Und seither verkauft sie dort Pralinés und Geschenkdosen voll von süssen Kostbarkeiten. Susanne Moser ist aber mehr als nur eine Verkäuferin. Sie ist eine wichtige Bezugsperson für das Quartier. Im kleinen Laden entstehen Gespräche. So ist etwa zu vernehmen, dass die Tochter der Kundin das Bein operiert hat oder wohin die nächste Reise führt. Der Kontakt unter den Geschäftsleuten in der Pfistergasse ist sehr eng. Gerne trifft man sich auch mal um 07.00 Uhr zum Kaffee, bevor die Ladentüren geöffnet werden.

"Anders als alle andern" sein möchte "Au cachet", das sich auf der Visitenkarte "la maison du chocolat" nennt. Auf persönliche Beratung wird grossen Wert gelegt. Und wer einkauft, bekommt gratis ein Praliné, "das ist meine Werbung". Kein Wunder, dass der Laden viele Stammkunden zählt. Fünf Lieferanten bringen die Pralinés, die jede Woche frisch angeliefert werden. Im Sommer gehören auch die Touristen zu den Kunden, im Winter Besucherinnen und Besucher des nahen Weihnachtsmarkts auf dem Franziskanerplatz.

Keine Betriebsferien

Schokolade ist die Leidenschaft der Ladenbesitzerin. Das muss auch so sein, denn reich wird sie mit ihrem Geschäft nicht. Aber es ist der Lebensinhalt von Susanne Moser, die bereits im Pensionsalter steckt. "Ich lebe bescheiden", sagt sie. "In den Ferien war ich letztmals im Jahr 1992. Ich befasse mich mit fremden Ländern, ohne selber dorthin zu reisen." Davon profitieren die Kunden, denn es gibt keine Betriebsferien.

Die Corona-Pandemie hat auch die Pfistergasse erreicht. Nur eine Person darf den Laden betreten. Eine schlaflose Nacht hatte die Geschäftsinhaberin vor dem Lockdown. Das Lager war vor Ostern mit Schoggihasen gefüllt. Was sollte sie damit tun? Dem Lieferanten zurückgeben? Beim Kanton jedoch erfuhr sie die gute Nachricht: Da sie Lebensmittel anbot, war sie nicht verpflichtet, zu schliessen. Gleich wie in der Gasse der Whiskyladen und der Kiosk. Aber trotzdem: Sie rechnet dieses Jahr mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 15 Prozent, hauptsächlich wegen der Touristen, die im Sommer ausgeblieben sind.

Post nach Japan

Der kleine Laden in der Luzerner Klein-Altstadt hat Beziehungen in die weite Welt. So verschickt Susanne Moser Geschenkpakete bis nach China und Südafrika. Von einem Kunden aus Japan hat sie die Adresse in seiner Landessprache erhalten und auf die Sendung geklebt. Und dazu die gleiche Anschrift in deutscher Sprache geschrieben. Damit sowohl die Postboten in der Schweiz und Japan das Paket richtig spedieren konnten.

Kein Wunder, dass Susanne Moser nicht ans Aufhören denkt: "Ich arbeite in meinem Schoggiladen so lange, wie ich kann."

 

Susanne Moser,
Schoggiladen "Au cachet"

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Blog vom 17. Dezember 2020

Die Weihnachtsmärkte in der Stadt Luzern sind alle abgesagt worden. "Venite", das internationale Weihnachtsforum, wollte in der Peterskapelle ein Ersatzprogramm veranstalten. Bis der Bundesrat mit seinen neusten Massnahmen aufwartete. Eine Geschichte in sechs Kapiteln.

Kapitel 1

Corona verunmöglichte nicht nur Messen und Ausstellungen, sondern bedrohte auch die Weihnachtsmärkte. Im Sommer wurden mögliche Schutzkonzepte diskutiert. An einem runden Tisch mit der Stadt informierten die Veranstalter über ihre Bemühungen. Noch bestand die Hoffnung, dass die Märkte in einer angepassten Form stattfinden konnten.

Kapitel 2

Doch weitere Abklärungen zeigten, dass dem nicht so war. Ein Weihnachtsmarkt nach dem andern musste absagen. Bei "Venite" wurde in Varianten gedacht. Zuerst mit 16 Ständen, dann mit 8 Ständen. Bei der grösseren Variante wären die Auflagen so weitreichend gewesen, dass kein stimmiger Markt hätte entstehen können. Wer möchte schon Glühwein mit einer Maske trinken? Und bei der kleineren Version bestand die Gefahr, dass zu viele Leute auf den Kapellplatz gekommen wären, denn inzwischen gab es kaum mehr Weihnachtsanlässe. Das Resultat der vielen Diskussionen: kein Markt, aber dafür das Bühnenprogramm in der Kirche.

Kapitel 3

Angelique Misanics, die Leiterin des Bühnenprogramms, machte sich an die Arbeit. Konnten die Tanzvorführungen in der Kirche stattfinden? Wie war es mit den Chören? Und wollten Akteure, die seit Jahren das Programm prägen, mitmachen? In der Tat kam es zu Absagen. Zu riskant für eine Risikogruppe, lieber ein Jahr pausieren, Aussenauftritte sind im Moment nicht opportun – so tönte es. Aber immerhin brachte Angelique Misanics ein Programm zusammen.

Kapitel 4

Das Team der Peterskapelle teilte mit, dass nach dem Schutzkonzept nur beschränkt Auftritte möglich seien. Für das Lüften müsse genügend Zeit bleiben. Die Kirche habe strenge Auflagen. Zwar gab es immer wieder Konzerte in der Kirche, doch waren es Einzelfälle. So hiess es erneut, das Programm neu zu schreiben, mit Gruppen zu diskutieren, mit Interessenten den Auftrittsort zu besichtigen.

Kapitel 5

Die Kirche verschärfte ihre Auflagen weiter. Noch weniger Auftritte seien möglich. In Verhandlungen einigten sich die beiden Partner auf ein minimales Programm. Erneut Gespräche mit den Akteuren, erneut Zusagen und Absagen. Die Angst vor Corona war spürbar. Nach einer Denkpause von drei Wochen fiel der Entscheid, was möglich wäre und was nicht. Der Flyer entstand. Jetzt konnte er gedruckt und das Programm bekanntgemacht werden. So etwas wie Vorfreude breitete sich aus.

Kapitel 6

Der Bundesrat überrascht mit neuen Konzepten. Gar keine öffentlichen Veranstaltungen sollten mehr stattfinden. Die Schutzkonzepte genügten plötzlich nicht mehr. Und die Flyer waren umsonst gedruckt worden. Angelique Misanics war sehr enttäuscht: "Ich habe mich so sehr für Venite engagiert. Und jetzt ist nichts möglich. Die Leute würden besser mehr an Gottes Liebe denn an die Masken glauben." Aber Venite wäre nicht Venite, wenn nicht schon neue Ideen entständen. Zum Beispiel ein Venite-Abend mit der russischen Gruppe "Furor", die extra aus Moskau kommen wollte. Im Frühling oder wenn es Corona erlaubt. Und auch die anderen Akteure, die jetzt nicht auftreten dürfen, sollen dabei zum Zug kommen.

Venite wird unterstützt von der Katholischen Kirche, der Evangelisch-reformierten Kirche, der Christkatholischen Kirche, der Stadt Luzern, die Mobiliar, UBS, Raiffeisenbank, Valiant Bank, Bättig Treuhand AG und Jörg Lienert AG.

Venite Peterkapelle,

Nicht nur für Stammgäste einen Besuch wert

Blog vom 16. Dezember 2020

In der Schweiz fühlt sich der gebürtige Italiener Salvatore Icilio wohl. Alles sei so schön geordnet, so einwandfrei. So wie sich auch sein Spezialitätengeschäft im Löwengraben präsentiert. Es ist zum beliebten Treffpunkt geworden; Stammgäste bleiben bei Wein und Aufschnitt gerne stundenlang sitzen.

Der Anfang sei schwierig gewesen. Zu wenig Kunden, zu wenig Umsatz in einer wenig belebten Gasse. Der Früchte- und Gemüsehändler Friedli war an die Reuss gezogen, und Salvatore Icilio, vorher im Service in Restaurants und Hotels in Italien und der Schweiz tätig, hatte den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und die Lokalitäten im Löwengraben übernommen. Dies geschah im Jahr 2003.

Im Freien wirten

Heute, 17 Jahre später, präsentiert sich ein anderes Bild. Junge und alte Kunden, Italiener und Schweizer – alle suchen regelmässig das Geschäft in der Altstadt auf. Die Gasse ist ausgebaut und zu einem belebten Anziehungsort geworden. Die Behörden haben einem jahrealten Anliegen entsprochen: Salvatore Icilio darf seit diesem Jahr vor dem Laden Tische aufstellen und im Freien servieren. Das hat sich rasch herumgesprochen.

Der Ladenbesitzer setzt auf qualitativ gute und preiswerte Produkte, bei denen das Verhältnis zwischen Preis und Leistung stimmt. Am beliebtesten sind Mortadella und Rohschinken. Gerne werden auch Weine gekauft, regionale Spezialitäten aus Italien und beliebte Tropfen wie der Barolo oder der Amarone. Und auch wer ein Geschenk sucht, findet es in den Regalen – ein Tipp, insbesondere für Grossmütter und Grossväter, die ihre Nachkommen verwöhnen wollen.

Bessere Zeiten kommen

Der Umsatz hat sich gut entwickelt und ist heute stabil. Corona hat allerdings etwas auf die Zahlen gedrückt. «Die Kunden sind zum Teil sehr ängstlich, waschen sich die Hände und tragen die ganze Zeit Masken», berichtet Salvatore Icilio. So gibt es Risikopatienten, die den Laden meiden, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden. Der Ladenbesitzer glaubt aber, dass die Pandemie im ersten Halbjahr 2021 abklingt und im Sommer der Weg in die Normalität beginnt.  

«Viel ist in all den Jahren geschehen», zieht der Italiener Bilanz. «Ich erinnere mich beispielsweise an einen Apéro mit einem künftigen Pensionär. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen farbige Socken. Weil der Gefeierte das im Geschäft auch immer getan hatte.» Und auch an diesen Weihnachtstagen hätte Salvatore Icilio gerne die Leute zu einem Umtrunk empfangen. «Aber leider musste ich die Anfragen negativ beantworten. Corona verunmöglicht dies.»

Ruhige Stunden

Weihnachten bedeuten für ihn gemeinsame Stunden mit seiner Familie, um ohne Zeitdruck zu feiern. Auch sonst gönnt er sich immer wieder ruhige Stunden. Und nimmt dafür seine Lieblingsprodukte aus dem Laden nach Hause, um sie dort zu geniessen: Mortadella und Prosecco.

Salvatore Icilio,
La Bottega del Buongustaio

«Die Massnahmen des Bundes sind massvoll»

Blog vom 15. Dezember 2020

Benjamin Koch, designierter Präsident des Wirtschaftsverbandes Stadt Luzern, will die wirtschaftliche Lage nicht schönreden: "Sie ist schwierig." Aber er sieht Silberstreifen am Horizont. Im nächsten Jahr sollte es wieder aufwärtsgehen.

Weihnachten in Luzern:

Wie geht es den Mitgliedern des Wirtschaftsverbands im Corona-Jahr wirtschaftlich?

Benjamin Koch:

Ganz unterschiedlich. Wir haben Gewinner und Verlierer. Wer im Bereich mit Beatmungsgeräten und Kühlgeräten, in der Baubranche oder im Verkauf des täglichen Bedarfs tätig ist, steht auf der sonnigen Seite. Im Gegensatz zum Tourismus…

Weihnachten in Luzern:

…. und deren Zulieferbetrieben

Benjamin Koch:

Ja, betroffen sind fast alle. Wenn die Touristen ausbleiben, so fehlen auch die Einnahmen. Gleiches gilt für die Gastronomie. Sie leidet unter den Schutzmassnahmen, die ergriffen werden mussten.

Weihnachten in Luzern:

Haben Sie konkrete Rückmeldungen von Betrieben?

Benjamin Koch:

Weil kaum mehr Anlässe stattfinden, sind die Kontakte zu unseren Mitgliedern beschränkt. Wir haben eine Umfrage gemacht. Der Rücklauf war allerdings nicht überwältigend, weil sich eine gewisse Sättigung mit den Online-Medien bemerkbar macht. E-Mails und Videokonferenzen ersetzen den persönlichen Kontakt nicht.

Weihnachten in Luzern:

Was tut denn der Wirtschaftsverband?

Benjamin Koch:

Wir informieren unsere Mitglieder. Dank den sehr guten Beziehungen zum KMU- und Gewerbeverband des Kantons Luzern und den Behörden erhalten wir aus erster Hand Informationen und können unsere Wünsche einbringen. Im letzten Newsletter beispielsweise haben wir über Schnupperlehren und die Härtefallregelung geschrieben.

Weihnachten in Luzern:

Tut der Staat genug? Wir lesen ja immer wieder von Entlassungen.

Benjamin Koch:

Mit den Massnahmen des Bundes, die massvoll sind, bin ich einverstanden. In anderen Ländern wird die Wirtschaft viel stärker eingeschränkt. Heute zeigt sich, dass eine bürgerlich geführte Finanzpolitik Gold wert ist. Wir müssen die Arbeitsplätze erhalten. Wenn dies nicht der Fall ist, fallen die Stellenlosen unserem Sozialsystem zur Last. Der Staat sollte nicht noch mehr reglementieren. Positiv ist, dass der Luzerner Stadtrat den Gaststättenbesitzern erlaubt, Zelte und Überdachungen aufzustellen. Allerdings muss sich dies für die Restaurants rechnen.

Weihnachten in Luzern:

Wie verläuft der Weihnachtsverkauf in diesem Jahr?

Benjamin Koch:

Wir wissen ja noch nicht, wie Weihnachten stattfinden kann. Können wir ein Weihnachtsfest veranstalten? Wie viele Leute dürfen wir dafür einladen? Sollen wir dieses Jahr Geschenke machen? Das wirkt sich auf den Weihnachtsverkauf aus. 

Weihnachten in Luzern:

Gesundheit und Wirtschaft werden in den Medien gerne gegeneinander ausgespielt.

Benjamin Koch:

Corona hat unsere Gesellschaft geteilt. Das eine Lager spricht sich für die Massnahmen des Bundes aus, das andere ist skeptisch. Diskussionen haben keinen Platz mehr. Andersdenkende werden mit Schimpfworten bedacht. Das gibt mir zu denken.

Weihnachten in Luzern:

Welche Prognosen wagen Sie für das nächste Jahr?

Benjamin Koch:

Alles hängt davon ab, wie sich das Virus entwickelt. Ich bin optimistisch, dass bessere Zeiten kommen und sich die Wirtschaft wieder erholt.

Weihnachten in Luzern:

Sie lösen im nächsten Jahr Alexander Gonzalez als Präsident des Wirtschaftsverbands ab. Was haben Sie sich vorgenommen?

Benjamin Koch:

Ich setze mich für engere und bessere Beziehungen zwischen der Stadt und der Agglomeration ein. Die Verkehrsprobleme können wir nur gemeinsam lösen. Mit dem Gärtlidenken, bei dem jedes Gemeinwesen nur für sich selbst schaut, kommen wir nicht weiter. Unsere Mitglieder beschäftigt der Verkehr, die Parkplatzsituation und die Erreichbarkeit. Wir brauchen genügend Gewerberaum. Mein Ziel ist, dass der Wirtschaftsverband die politische Agenda bestimmt und nicht nur auf Vorschläge anderer reagiert.   

 

Benjamin Koch,
des. Präsident des Wirtschaftsverbandes Stadt Luzern

Zu guter Letzt ein Happy End

Blog vom 14. Dezember 2020

Eigentlich hätte der Baum aus dem Garten von Florian Flohr, dem Leiter der Peterskapelle, stammen sollen. Doch im letzten Moment scheiterte das Vorhaben. In die Lücke sprang die Korporation Luzern.

Der Weihnachtsbaum vor dem KKL gehört zu Weihnachten wie die Uhr zum Bahnhof. Dass es in diesem Jahr auch so ist, ist glücklichen Umständen zu verdanken. Denn die bisherigen Hauptsponsoren Bucherer, Gübelin und das KKL mochten den Baum nicht mehr zahlen – Corona sei es geschuldet.

Baum gesucht

Der Verein «Weihnachten in Luzern» wollte dieses weihnächtliche Symbol der Bevölkerung erhalten. Der ALI-Fonds übernahm die Basisfinanzierung, andere gute Geister förderten das Projekt. Die Frage war bloss: Woher sollte der Baum kommen? Und wie würde er transportiert? Der Vorstand wurde rasch fündig. Vorstandsmitglied Florian Flohr brachte eine Tanne in seinem Garten ins Spiel. Und klärte gleich ab, welche Bewilligungen hierfür nötig waren.

Budget strapaziert

Fragen warf auch der Transport auf. Eine Tanne von über 10 Metern Höhe ist natürlich nicht so schnell verfrachtet. Wegen des KKL-Dachs hätte man den Baum mit einem Helikopter nicht an die gewünschte Stelle fliegen können. So drängte sich ein Transport mit einem Lastwagen auf.  Was wiederum das Budget arg strapazierte.

Bis sich eine Lösung zeigte. Die Folge: Die Familie Flohr wäre die Tanne losgeworden, die sie schon länger entfernen wollte. Und die Bevölkerung hätte den gewünschten Weihnachtsbaum bekommen.

Nur: Damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. «Wegen des Standorts sollte der Baum in Einzelteile zerlegt werden, damit man ihn entfernen kann», erinnert sich Kurt Christen, Geschäftsführer des Vereins «Weihnachten in Luzern». Er stand wiederum ohne Baum da, das Projekt war erneut gefährdet.

Wenn nicht die Korporation eingesprungen wäre und kurzerhand einen Baum aus dem Stösswald Obernau in Kriens zur Verfügung gestellt hätte.

Zeichen der Hoffnung

Und so fand die Geschichte doch noch ein Happy End. Ein kleines Zeichen der Hoffnung, nachdem dieses Jahr alle Weihnachtsmärkte abgesagt werden mussten und die Eisbahn auch nicht im Dezember aufgebaut werden kann.

In der nächsten Folge: Wie die Luzerner Kantonalbank die Wirtschaft unterstützt  

Weihnachtsbaum Europaplatz Verein Weihnachten in Luzern,

Vergnügliche Lektüre für kalte Tage

Blog vom 12. Dezember 2020

Von Albert Einstein bis zu Eichhörnchen, von der Entertainerin Lisa Eckhardt bis zum Geschenk für alle, die sich für Subkulturen interessieren – das sind die Buchtipps von Silvio Kohler, Ladenchef der Hirschmatt Buchhandlung an der Hirschmattstrasse 36.

Campino: Hope Street

Dass der bekannte Sänger der Toten Hosen zur Hälfte Engländer ist, wusste ich gar nicht. Daher gibt es in diesem Buch sowohl für Fans als auch Interessierte viel zu entdecken. Neben seiner legendären Tätigkeit als Musiker, Texter, Rebell und – nicht zuletzt – Punk, gibt Campino viel über seine Herkunft preis und glänzt auch als Autobiograf mit stilsicherem Humor und treffenden Gedanken über das, wofür man lebt und leidet.

Das über weite Strecken extrem unterhaltsame, bisweilen durchaus sehr ernste und sehr persönliche Buch, ist ein perfektes Geschenk für Fans und für alle, die sich für Subkulturen interessieren; denn Campino ist seit frühester Kindheit FC Liverpool-Fan und hat aus der Beatles-Stadt viele lustige Geschichten zu erzählen.

 

Cornelia Franz: Wie ich Einstein das Leben rettete

Eigentlich wollte Emily eine Schiffsreise nach New York geniessen, doch plötzlich merkt sie, dass etwas nicht stimmt auf dem Schiff – aus unerfindlichen Gründen ist sie in der Zeit zurückkatapultiert worden auf ein Auswandererschiff im Jahr 1913.

Und sie trifft dort andere Kinder, denen es ähnlich erging. Gefangen in einer Zeitschlaufe, gibt es nur einen, der ihnen aus diesem Dilemma heraushelfen könnte: Albert Einstein. Der ist zwar auf dem Schiff, doch es ist schwer, an ihn heranzukommen…

Spannende historische Abenteuergeschichte mit einem Schuss Phantastik für Mädchen und Buben ab 10 Jahren!

Lisa Eckhart: Omama

Wer Lisa Eckhart schon mal bei einer ihrer Live-Performances gesehen hat, weiss, wie unglaublich witzig und gleichzeitig schmerzhaft ironisch ihre Gedankengänge sind. Mit „Omama“ hat die schillernde Entertainerin diese Zutaten in einen zum Kaputtlachen lustigen und sehr intelligenten Roman verfrachtet.

Die Frau kann einfach alles, packt einen von der ersten Seite an mit unglaublichem Sprachwitz am Schlafittchen, bis man wiehernd vor Lachen am Boden liegt. Das ist so viel besser, als das Meiste, was heutzutage unter der Bezeichnung «Comedy» firmiert!

Wer wissen möchte, wie man aus der eigenen Familiengeschichte köstliche und clevere Unterhaltung macht, kommt an diesem schrägen Meisterwerk nicht vorbei.

Olivier Tallec: Das ist MEIN Baum

Eichhörnchen liebt seinen Baum über alles und möchte ihn für immer und ewig nur noch für sich haben. Es lässt sich alles Mögliche einfallen, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Und so merkt Eichhörnchen nicht, dass es sich langsam in die Einsamkeit begibt.

Dieses frech-witzige Bilderbuch transportiert mehr als nur die offensichtliche Botschaft, dass man teilen soll. Es verknüpft diese genial mit einigen ganz dezent in den Zeichnungen versteckten Anspielungen, die sich viel mehr noch an Erwachsene richten. Mehr verrate ich nicht. Hinreissend!

Andreas Becker: Social Distancing

Im März und April stand die Welt still. Eine Zeit, die wir nie vergessen werden, die uns Angst machte, die wie einem Alptraum entstiegen schien. Dass den Wochen des Lockdowns auch zauberhafte Momente innewohnten, durften viele von uns ebenfalls erleben. Andreas Becker hat seine Kamera an Orte gebracht, wo die Stille der Stadt Luzern und ihrer Umgebung eine ganz andere, nicht immer schlechtere Ausstrahlung verliehen hat.

So ist eine Art Foto-Erinnerungsalbum für uns alle entstanden, für eine Spanne unseres Lebens, in der Bilder wahrlich mehr sagen als jedes Wort. Ein Buch, das so (hoffentlich) womöglich für immer einzigartig bleiben wird und daher für mich das passende Geschenk für Weihnachten 2020!

Alle Titel finden sich mit bibliographischen Angaben unter www.hirschmatt.ch im Webshop.

Silvio Kohler / Jörg Duss,
Hirschmatt Buchhandlung

Vom Kaleidoskop bis zur Kugelbahn

Blog vom 11. Dezember 2020

«Unsere Kunden fühlen sich wie in die Kindheit versetzt», berichtet Regula Cotting von «Perpetuum Mobile». In der Tat: Der Besuch im Geschäft an der Hirschmattstrasse 35 ist wie eine zeitüberschreitende Entdeckungsreise durch 2000 Artikel vom Kaleidoskop bis zur Kugelbahn.

Die Geschichte begann für einmal anders. Nicht mit einem Laden, sondern, bereits im Jahr 2005, mit einem Internetshop. Dort verkaufte Regula Cotting ihre physikalischen Spielereien. Erst sieben Jahre später dann, mietete sie ein Ladenlokal und richtete es von A bis Z selber so ein, wie sie es wollte.

Physikalische Gesetze

Sehr aufgeregt sei sie gewesen, als die ersten Kunden eintraten und in ihre Spielwelt eintauchten. Alle kamen, junge Leute, alte Leute, Frauen, Männer – und fühlten sich an längst vergangene Zeiten erinnert. Was sie als Kind nicht kaufen konnten, stand jetzt im Regal. Sterne in allen Formen, Spiele, Kreisel, Mobiles – zum Zusammensetzen oder zumindest zum Anfassen – physikalischen Gesetzen folgend.

«Wir sind kein Spielwarenladen mit Legobausteinen», erläutert Regula Cotting, die zusammen mit ihrem Mann, einem Computerspezialisten und Physiker, der im Hintergrund wirkt, den Laden führt. «Bei uns gibt es Artikel, die sonst nirgendwo angeboten werden». Zumindest nicht in Luzern.

Der erste Kontakt mit «Perpetuum Mobile» geschieht häufig im Internet und führt dann zum Besuch des Ladens. Digitale und reale Welt ergänzen sich. «Nur mit dem Geschäft an der Hirschmattstrasse kämen wir nicht über die Runden», sagt die Ladenbesitzerin.

Touristen fehlen

Sie verschweigt nicht, dass sich Corona negativ auf den Umsatz ausgewirkt hat. Die Kundenfrequenzen gingen zurück, zumal, so steht es beim Eingang, nur sechs Personen miteinander das Ladenlokal aufsuchen dürfen und auch die Touristen fehlen. Der Lockdown kam ja völlig überraschend.

Die Lager waren kurz vor Ostern voll – und plötzlich mussten die Türen geschlossen werden. Die Hoffnung besteht, dass im nächsten Jahr bessere Zeiten kommen. «Wir halten durch», verspricht Regula Cotting. 

Ihr Geschäft steht im Neustadtquartier, das einen guten Branchenmix aufweist und sich durch einen freundnachbarlichen Kontakt unter den Gewerbetreibenden auszeichnet. Man unterstützt sich gegenseitig und weiss den Quartierverein hinter sich. Er gehört zu den aktivsten

Regula Cotting,
«Perpetuum Mobile»

Auf dem Rundgang durch die Weihnachtsstadt

Blog vom 10. Dezember 2020

Trotz Corona und vielen abgesagten Anlässen weihnachtet es in der Stadt Luzern. Kurt Christen, Geschäftsführer des Vereins «Weihnachten in Luzern», hat sich auf eine Entdeckungsreise begeben.

Wer sich auf die festliche Zeit einstimmen lassen will, dem kann ich einen nachfeierabendlichen Bummel, durch die wunderschön beleuchtete Luzerner Altstadt, mit einem anschliessenden Stopp im schönsten Winterwald der Stadt, wo 100 verschiedene Käsefondue-Variationen auf die Gäste warten, nur empfehlen.

Für Wärme ist dabei gesorgt, so dass man im zauberhaften  "VereinPfistern-Winterwald «Unter der Egg», eingehüllt in kuschelige Decken und mit einem wohlig warmen «Chriesisteisäckli» auf den Knien, das hausgemachte Fondue in vollen Zügen geniessen kann.www.restaurant-pfistern.ch

Als Alternative und Verkürzung der Wartezeit bis Heiligabend würde sich eine zweistündige Führung unter dem Motto Tannengrün und Lichterglanz durch das weihnächtlich dekorierte Luzern anbieten. Die Stadtführerinnen von Luzern Tourismus verraten dabei die Geheimnisse von Samichlaus und Christkind, berichten wie der Tannenbaum den Weg in die hiesigen Stuben fand und seit wann Lichterketten die Gassen und Plätze der Leuchtenstadt schmücken.

Gleichzeitig hören die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besinnliche und witzige Geschichten rund um das Luzerner Brauchtum im Dezember und besuchen die lebensgrosse Krippe auf dem Kornmarkt vor dem Rathaus. Der Spaziergang durch die Leuchtenstadt, der die Wartezeit bis Weihnachten verkürzt, wird bestimmt in bester Erinnerung bleiben. www.luzern.com/weihnachtsführungen

Krippen haben Tradition und sind in vielen Formen jetzt wieder in Kirchen, auf öffentlichen Plätzen, aber auch in Stuben vorzufinden. Neu in der Peterskirche findet sich erstmals eine virtuelle Krippe zum Mitmachen. Sie orientiert sich an den neapolitanischen Krippen. Dort wird die Weihnachtsszene im Alltag der Menschen der jeweiligen Zeit platziert, sowohl was die Örtlichkeiten als auch was die Personen angeht. Neben den klassischen Figuren wie Jesus, Maria, Josef, Hirten oder den Engeln finden sich darin Alltagssituationen aus Haushalten und Handwerksstuben. Das Konzept übersetzt die virtuelle Krippe in die Gegenwart, indem es Figuren verwendet, die aus der heutigen Welt stammen.

Die Krippe kann im realen Raum oder gleich online betrachtet werden kann.

Ein spannender und moderner Ansatz, sich mit der Weihnachtsgeschichte einmal anders auseinanderzusetzen. www.wir-sind-krippe.ch

 

Kurt Christen,
Geschäftsführer "Verein Weihnachten in Luzern"

"Auf das Weihnachtsgeschäft kommt es an"

Blog vom 09. Dezember 2020

"Kauf lokal – schenk mit Herz". So lautet die neue Kampagne der City Vereinigung Luzeern. Damit wird, so Präsident Josef Williner, "an die Solidarität zu lokalen Geschäften appelliert."

Der Weihnachtsgeschäft ist für das gesamte Gewerbe von grosser Bedeutung. Rund 30 Prozent des Jahresumsatzes werden in diesen Tagen erzielt. Wer gute Umsätze verbucht, kann mit Zuversicht ins neue Jahr starten.

Denn, so erklärt Josef Williner, "die Situation ist nicht einfach". Der Lockdown vom Frühling hat im Detailhandel Spuren hinterlassen. Die zweite Welle und die Maskenpflicht drücken auf die Umsätze – die Einbussen betragen bis zu 30 Prozent. Dazu fehlen die Touristen, was sich nicht nur auf Uhren-, Schmuck und Souvenirgeschäfte, sondern auch auf viele andere Geschäfte auswirkt. "Die Unsicherheit ist gross. Wir wissen nicht, was morgen geschieht und wir allenfalls die Geschäfte wieder schliessen müssen. Uns fehlt die Planungssicherheit", sagt der Präsident. Auch wenn die Perspektiven heute wegen der sinkenden Fallzahlen und der Impfstoffe, die sich ankündigen, etwas positiver als vor sechs Wochen seien.

Kampagne auf vielen Kanälen

Die City Vereinigung lässt sich nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil. Mit einer Kampagne wirbt die Vereinigung, die rund 250 Mitglieder zählt, für die eigene Sache. Unter dem Motto "Kauf lokal – schenk mit Herz" will sie bis am 24. Dezember die Konsumentinnen und Konsumenten sensibilisieren, in der Stadt einzukaufen und das lokale Gewerbe zu berücksichtigen.  

Die Kampagne sieht folgendes vor:

- ein City-Game auf Radio Central und Radio Sunshine mit dem rüüdigen Luzerner Urs Doggwiler, bei dem die Hörerinnen und Hörer erraten müssen, auf welchem Platz der Stadt er sich gerade befindet. Als Preis winken City-Cards.

- Werbung in Print- und Online-Medien

- Werbung auf den Screens der Verkehrsbetriebe Zentralschweiz und den Verkehrsbetrieben Stadt Luzern  

- Plakatierung in der Stadt

- Social Media, die immer wichtiger werden.

Sämtliche Geschäfte in der Stadt profitieren von dieser Kampagne, unter dem Motto "Solidarität kennt keine Grenzen".

Die Kampagne will auf die Stärken des stationären Detailhandels aufmerksam machen: der Einkauf als Erlebnis, der persönliche Kontakt, die persönliche Beratung. Jede Begegnung ist inspirierend und sehr wertvoll.  

Für Arbeitsplätze

Josef Williner setzt auf Solidarität und ist mit der City Vereinigung Luzern gleich mit dem guten Beispiel vorangegangen. Wegen Corona hat die City Vereinigung Luzern ihren Mitgliedern die Hälfte ihres Jahresbetrags erlassen. Füreinander und miteinander ist gerade in dieser Zeit sehr wichtig. Auch die Konsumentinnen und Konsumenten können mithelfen, dass der stationäre Detailhandel in der Stadt eine Zukunft hat. Jeder Einkauf ist wichtig und stärkt somit das lokale Gewerbe. Vom Detailhandel sind 5900 Arbeitsplätze abhängig. Je besser das Weihnachtsgeschäft, desto grösser die Chance, dass ein Betrieb Zukunft hat." So sei es ungewiss, ob alle Geschäfte und Restaurants die Corona-Krise überleben werden. Zumal der Online-Handel an Marktanteilen gewinne.

"Der Aufschwung beginnt im Kopf", hiess es einst. Auch heute gilt: Positiv denken, Wertschätzung gegenüber Kunden und Mitarbeitern aufbringen, für gute Stimmung sorgen. Damit der Detailhandel, so Josef Williner, "Herzschrittmacher für eine lebendige Stadt bleibt".

Beliebte CityCard

Einen Boom erlebt die CityCard, die Geschenk- und Erlebniskarte der City Vereinigung. Bereits nehmen sie über 200 Geschäfte in der Stadt Luzern als Zahlungsmittel entgegen. In diesem Jahr gibt es eine Reihe von Firmen, die ihren Mitarbeitern eine CityCard abgeben, weil sie aus Corona-Gründen auf ein Weihnachtsessen verzichten müssen.   

Josef Williner,
Präsident City Vereinigung Luzern

Mit Optimismus ins neue Jahr

Blog vom 08. Dezember 2020

«Die Lage ist schwierig, aber nicht so schwierig, wie wir vor der zweiten Welle befürchteten.» Adrian Lupart, Marktbereichsleiter Privat- und Gewerbekunden bei der Luzerner Kantonalbank (LUKB), ist vorsichtig optimistisch. Die Luzerner Unternehmen würden die Corona-Krise überstehen – dank guter Ausgangslage und viel Innovation.

Albert Schwarzenbach: Wie beurteilen Sie die jetzige wirtschaftliche Lage in Stadt und Kanton Luzern?

Adrian Lupart: Im Sommer zeigte sich, dass die Unternehmen in der Corona-Krise widerstandsfähig waren. Nur die Hälfte der bei uns gesprochenen Covid-19-Kredite des Bundes wurden zu jenem Zeitpunkt effektiv beansprucht.

Albert Schwarzenbach: Aber dann kam die zweite Welle…

Adrian Lupart: Ja, sie wirkte sich aus. Die Umsätze gingen erneut zurück. Insbesondere für die Gastronomie begannen schwierige Zeiten. Im Winter ist die Gästezahl sowieso kleiner als im Sommer, wenn draussen Tische aufgestellt werden können. Auch der Detailhandel bekam den erneuten Abschwung nochmals stark zu spüren.

Albert Schwarzenbach: Wer litt sonst noch?

Adrian Lupart: Der Tourismus. In den Stadthotels gingen die Umsätze seit Beginn der Krise um 60 bis 70 Prozent zurück. Und davon sind auch die Zulieferer betroffen: zum Beispiel Maler, Ausstatter und Elektriker. Profitieren vom Inlandstourismus konnten vor allem die Hotels in den Bergen und auf dem Land, so beispielsweise in Weggis. Die Abhängigkeit vom internationalen Tourismus ist bedeutend kleiner, als in der Stadt, das hat sich für sie ausbezahlt.   

Albert Schwarzenbach: Ist auch die Luzerner Kantonalbank von Corona betroffen?

Adrian Lupart: Die Finanzbranche im allgemeinen – insbesondere auch die Luzerner Kantonalbank – kommt bis jetzt sehr gut durch diese Krise. Aber natürlich geht es nicht allen so. Es gibt in Luzern viele Betriebe, die Probleme haben, auch wenn diese nicht immer existentiell sind.

Die Umsätze sind zwar im Allgemeinen zurückgegangen, aber nicht überall in dramatischem Ausmass. Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren Reserven aufbauen können und zehren nun von dieser Substanz. Wir brauchen aber im nächsten Jahr eine rasche wirtschaftliche Erholung, sonst sieht es bald schlechter aus.

Albert Schwarzenbach: Die Kantonalbank gehört ja mehrheitlich dem Kanton und hat damit eine volkswirtschaftliche Aufgabe.

Adrian Lupart: Die wir wahrnehmen. Wir haben innert weniger Tage Covid-19-Kredite von 250 Millionen Franken ausbezahlt. Bei den Krediten unter einer halben Million haftet der Bund, bei Krediten darüber ist 15 Prozent des Risikos in unseren Büchern.

Zudem haben wir in Eigeninitiative und unabhängig von den Bundeskrediten zusätzlich 100 Millionen Franken als Soforthilfe für KMU bereitgestellt. Diese Kreditlimite war schnell vollständig ausgeschöpft. Wir haben die Kontakte zu unseren KMU-Kunden intensiviert.

Ausserdem haben wir 30'000 Franken an Luzerner Hilfsorganisationen gespendet und für Betroffene der Corona-Pandemie den Zugang zu Crowdsupporting über die Plattform «funders.ch» erleichtert. Auch im Sponsoring sind wir noch aktiver geworden. So unterstützen wir unter anderem auch diesen interessanten Blog.

Albert Schwarzenbach: Wie bedeutsam ist der Weihnachtsverkauf in diesem Jahr?

Adrian Lupart: Sehr bedeutsam. Wir müssen alles tun, damit die Leute in die Stadt kommen, sich trotz Corona wohlfühlen, einkaufen und konsumieren. Die Schutzkonzepte erlauben dies, aber man muss sich natürlich daranhalten (schmunzelt). Das Angebot in der Stadt Luzern ist ja vielseitig: von der Gastronomie bis zu den Geschäften und der Kultur.

Albert Schwarzenbach: Aber vieles ist anders. Die Weihnachtsmärkte fehlen, das Kerzenziehen und das offene Singen auf dem Kornmarkt ebenfalls.

Adrian Lupart: Dafür gibt es wenigstens die Weihnachtsbeleuchtung und einige wenige Weihnachtsanlässe. Die warme weihnächtliche Atmosphäre in der Innenstadt bleibt einmalig.

Albert Schwarzenbach: Welches sind die Perspektiven für das nächste Jahr?

Adrian Lupart: Der Impfstoff weckt Hoffnungen. 2021 sollte sich die Konjunktur nach dem spürbaren Einbruch im Jahr 2020 eigentlich wieder erholen. Nach einem geschätzten Rückgang der Weihnachtsleistung von 4,5 Prozent in diesem Jahr rechnen unsere Analysten mit einem Wachstum von 3,5 Prozent im Jahr 2021.

Die Coronakrise trifft Branchen wie die Gastronomie und den Detailhandel, wo jeder Franken hart verdient werden muss, besonders stark. Viele Firmen mussten sich weiter verschulden, diese Schulden müssen zurückbezahlt werden.

Albert Schwarzenbach: Was bedeutet Ihnen Weihnachten?

Adrian Lupart: Seit der Kindheit viel. Ich bin in diesen Tagen mit dem Job und der Familie viel unterwegs. Dieses Jahr feiern wir Weihnachten bewusster als früher. Wir schätzen, was wir haben, und sind dankbar, wenn wir gesund bleiben.

Weihnachtsgeschenke finde ich in der Stadt. Ich liebe es, durch die Gassen zu bummeln und die Geschäfte zu besuchen, auch mit Maske und Abstand.

Wie die City Vereinigung für die Geschäfte der Innenstadt wirbt, liest Du morgen im nächsten Blogpost.

Adrian Lupart,
Luzerner Kantonalbank (LUKB)

Ein Leben für die Hüte

Blog vom 07. Dezember 2020

Caroline Felber ist seit Anbeginn ihrer beruflichen Tätigkeit selbständig. Sie führt die , die an der Stiftstrasse «alles für den Kopf anbietet». Ihre Kreativität beweist sie auch in Corona-Zeiten: Sie hat Maultaschen – Gesichtsmasken aus Baumwollstoffen in unterschiedlichen Stoffmustern, massgeschneidert auf die Grösse des Gesichts – im Sortiment.

Eigentlich hätte sie Goldschmiedin, Dekorateurin oder Schneiderin werden wollen. Aber zu jener Zeit fand sich keine Lehrstelle. Den Traum, mit den Händen zu arbeiten, gab sich nicht auf und bot Bastelwaren auf dem Markt an. Bis sie aus Zufall auf eine deutsche Zeitschrift stiess, in der das Berufsbild der Modistin vorgestellt wurde.

Beim nächsten Marktbesuch schaute zufälligerweise ein Hutmacher am Stand vorbei und so fiel dann der Entscheid: Modistin wollte sie werden, ein Beruf, der heute Bekleidungsgestalterin mit Schwerpunkt Kopfbedeckung heisst. 

Umzug nach Luzern

Mit null Franken stieg sie ins Geschäftsleben ein, denn, so meint sie schmunzelnd, «es gab keine Erbtante, die mir ein Vermächtnis machen wollte.» Die Zahl der Kunden stieg, das kleine Atelier, das sie in Olten eröffnet hatte, wurden grösser und grösser. Bis sie den Beschluss fasste, die Stadt zu wechseln, nach Luzern zu kommen, zuerst an die Murbacherstrasse, dann an die Ecke Moosstrasse/Obergrundstrasse und vor sechs Jahren an die Stiftstrasse. 

«Nein, reich wurde ich mit meinem Hutladen nicht», sagt sie. «Aber wer wie ich neue Materialien entdecken, die Phantasie ausleben oder Kunden beraten will, ist hier am richtigen Platz.» Das Publikum ist gemischt, alle Generationen gehören dazu. Denn die Hüte sind wieder im Trend. Waren vor 20 Jahren kaum Kunden unter 60 Jahre alt, so hat sich das massiv geändert. Dies zeigt sich auch in Warenhäusern, die Hüte prominent beim Eingang platzieren.

Männer mit Zigarren

Caroline Felber übt einen Frauenberuf aus. «Vor drei Generationen war er so populär wie der Beruf einer Coiffeuse», sagt sie und kommt auf ein Stück Kulturgeschichte zu sprechen. Sie beschreibt Bilder von Damen, die einst mit Riesenhüten und Federn durch die Welt zogen, der Film «Mord im Orientexpress» lässt grüssen. Und erwähnt Männer, die mit ihren Zylindern am Sonntag spazierten. Der Hut war ein Statussymbol, ähnlich wie die Zigarre. 

Heute werden je zur Hälfte Frauen- und Männerhüte im Laden an der Hofkirche angeboten. Ebenfalls die Hälfte stammt aus der eigenen Produktion, der Rest kommt aus Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich. Am beliebtesten sind die Hüte in England, was auf die Royals und die Pferderennen zurückzuführen ist. Auch andernorts gibt es Vorbilder. So hat der Westernhut von Popstar Madonna viele Nachahmerinnen gefunden.

Hilfe blieb nicht aus

Allerdings hat sich auch Corona auf das Hutgeschäft ausgewirkt. Der Lockdown hinterliess seine Spuren. Hätte es keine Kurzarbeitsentschädigung oder einen verständnisvollen Vermieter gegeben, wäre die Firma in echte Existenzprobleme geraten. Aber glücklicherweise blieb Hilfe nicht aus. Und Caroline Felber kann sich wieder an schönere Stunden zurückerinnern.

So an den KMU-Hauptpreis, den sie im Jahr 2007 von der freisinnigen Partei bekam. Das Dokument unterschrieben haben die damaligen Bundesräte Pascal Couchepin und Hans-Rudolf Merz sowie alt Parteipräsident Herbert Widmer. Und bei dieser Gelegenheit bekam der bekannte Hutträger Merz von der FDP ein Geschenk: einen Hut aus dem Luzerner Hutladen.

Womit bewiesen wäre, dass selbst im Bundeshaus die Kopfbedeckung ein Thema ist.

Morgen weiterlesen – mit einem Bericht, der zeigt, wie die Gastronomie durch die schwierige Zeit kommen will

Caroline Felber,
Hüte & Mützen GmbH

Jolanda Steiner erzählt eine spannende Geschichte

Blog vom 05. Dezember 2020

Der vbl Märlibus erfreute sich in den letzten Jahren grosser Beliebtheit. Jolanda Steiner verzauberte Kinder von 5 bis 10 Jahren und entführte sie in eine Märliwelt. Dieses Jahr entzückt sie das junge Publikum digital – auf dieser Seite.

Link Video:
https://youtu.be/oHXttWzRVMw

https://vimeo.com/482623239 (Passwort: vbl2020) (Wir haben den von Vimeo eingebettet)

DGschicht vom Mutzli und de Stärnefee Lunalee

Es git es ganz es Land, det chönd mier Mönsche ned häre goh.

Das Land heisst `Kuscheltierriech. Und i dem Riech läbt d`Stärnefee Lunalee und ganz viel Kuscheltier. 

D Fee Lunalee hed vor langer Zyt das Kuscheltierriech gründet. Eines Tages hed sie beschlosse, bi eus Mönsche alli die Kuscheltier z`rette, wo verlohre und vergässe gange sind. Und niemer meh möcht ha.

D Fee Lunalee chund immer einisch im Monet. Wenn Vollmond isch. 

Mit Hilf vo mene Mondstrahl chund zu üs uf dÄrde und holt die verlorenevergässene Kuscheltier. Ab zue holt sie au die Kuscheltier, wo vo Chind grob behandlet wärdet.  

Und emol isch öppis ganz bsundrigs passiert….

 

Yolanda Steiner,
Autorin und Märchenerzählerin

Mit Fondue gegen die Krise

Blog vom 04. Dezember 2020

Robert Zupan, Verwaltungsratspräsident der Lido Gastro- und Entertainment AG, lässt sich nicht unterkriegen: «Die Lage in der Gastronomie ist schwierig. Aber wir versuchen, die Krise als Chance zu begreifen.» Das Resultat: ein Winterdorf im Lido, mit zwei grossen und vier kleinen Hütten, wo Fondue auf die Gäste wartet. 

Hinten der See und die Berge, über dem Platz kleine Lämpchen, schön dekorierte Hütten, ein Grillstand, ökologische Tannenbäume, die sich auf Käufer freuen: So präsentiert sich das Lido beim Pavillon, vis-à-vis dem Eingang, zum ersten Mal in den Wintermonaten. «Lido-Winterdorf» nennt sich das Projekt, das seit Freitag, 27. November, läuft. Montags und dienstags herrscht von 11 bis 18 Uhr Barbetrieb, von Mittwoch bis Sonntag werden von 11 bis 22 Uhr heisse Speisen angeboten.

Dekorierte Hütten

Auf der Speisekarte finden sich Fondue – darum wäre auch der Name Fonduedörfli angebracht – Raclette, Flammkuchen und natürlich heisse Getränke, Glühwein und Gin-Tonic gehören dazu. Die Hütten sind schön dekoriert, damit weihnächtliche Stimmung entsteht, die zwei grossen Hütten nehmen bis zu 12 Personen auf, die vier kleinen je 4 Personen.

«Mehr liegt nicht drin. Wir halten uns an das Corona-Schutzkonzept», erläutert Robert Zupan. Zwischen 100 und 150 Sitzplätze können pro Abend maximal verkauft werden. Wenn 50 bis 60 Prozent besetzt sind, geht die Rechnung auf.

Warme Decken und Felle schützen vor der Kälte, denn speziell am Abend kann die Nullgrad-Grenze schon mal unterschritten werden. Aber das ist der Reiz, an der frischen Luft den Abend zu verbringen. Und notfalls kann der heisse Käse auch im Pavillon genossen werden. Was sich andernorts bewährt hat, soll auch im Winterdorf Erfolg haben.

Zwischen drei und zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter warten auf die Gäste. «Weil alle Weihnachtsmärkte abgesagt worden sind, sucht die Bevölkerung nach Ersatz. Und findet ihn vielleicht bei uns», sagt der Firmeninhaber. Statt bei Rudolfs auf dem Inseli bei Zupan im Lido. Angesprochen sind alle, von Familien bis zu jungen Leuten und Senioren, eine Anmeldung ist vorteilhaft.

Blick auf See und Berge im Winterdorf im Lido. (Bild: Albert Schwarzenbach)

Blick in die Zukunft

Die Lido Gastro- und Entertainment AG hat lange gezögert, bis sie sich entschlossen hat, den Versuch zu wagen. «Wir hätten uns auch zurückziehen und nichts machen können, um kein Geld zu verlieren», meint der Verwaltungsratspräsident. «Aber das entspricht nicht unserer Mentalität. Wir schauen vorwärts.»

Und das Echo auf die Initiative ist bis jetzt gut. Im Lido hat es Platz. Und wenn das Winterdorf Anklang findet, könnte es grösser werden. Denn im Winter 2021/2022 möchten es die Initianten auf jeden Fall wiederaufbauen.

Die Idee, ein Winterprojekt zu verwirklichen, bestand schon früher. Die Rede war beispielsweise von einer grossen Eisbahn und einer Winterlandschaft mit Sauna. Jetzt ist daraus ein Winterdorf geworden, das einmal in der Woche mit einem Jazzkonzert belebt wird.

Robert Zupan erfüllt sich damit einen eigenen Wunsch: Er liebt Fondue und Raclette über alles. Und so steht es fest, dass er mit seiner Frau Stefanie und den beiden Töchtern Camille und Josefine im Dezember einige Abende im Lido verbringt, um zu erfahren, was aus seiner Idee geworden ist.

Robert Zupan,
Verwaltungsratspräsident der Lido Gastro- und Entertainment AG

Mehr als ein Geheimtipp

Blog vom 03. Dezember 2020

Die Corona-Zeit kennt auch Gewinner. So den Old Town Record Store am Falkenplatz oberhalb des Cafés Heini. Denn wer im Homeoffice arbeitet, hat mehr Zeit, Musik zu hören – und davon profitiert ein Plattenladen.

Ein Geheimtipp sei es, sagen die einen. Eine Trouvaille die andern. Tatsache ist: Der Old Town Record Store von Adi Seeberger ist das älteste Plattengeschäft der Stadt. 1976 eröffnete Erich Rothacher den Laden und führte ihn bis zum Jahr 2015. Auf Social Media kündigte er damals seine Pensionierung an und suchte gleichzeitig einen Nachfolger.

Auf den Zielgeraden

Adi Seeberger stach die Ankündigung in die Nase. Er, der 26 Jahre als Informatiker bei der Steuerverwaltung von Zug gearbeitet hatte, wollte «in den Zielgeraden seiner beruflichen Tätigkeit noch etwas anderes unternehmen.» Musik hatte ihn schon immer interessiert. Seit rund fünf Jahren bietet er nun über 10'000 Artikel an – CDs, Vinyl-Schallplatten, Luzerner Biere und Kleider für die junge Rocker-Generation.

Kunden hat er aus allen Schichten und jeden Alters. Auch Leute, die sonst auf den Digitalkanal «Spotify» setzen, kommen zu ihm, sie lieben es, etwas in die Hand zu nehmen, die Schallplatte oder die CD manuell auszusuchen. Knapp 50 Prozent des Erlöses bleiben beim Plattengeschäft, der Rest bei den Plattenfirmen. Eine CD kostet durchschnittlich 25 Franken, eine Schallplatte 40 Franken. «Wenn ich einen Jahresumsatz von 200'000 Franken erziele, kann ich davon leben», erklärt Adi Seeberger.

Sogar Volksmusik

Und das kann er – selbst im Corona-Jahr. «Die Leute bleiben mehr zu Hause und finden damit die Musse, wieder mal eine CD abzuspielen.» Wenn das Weihnachtsgeschäft gut verläuft, so erreicht er sein Umsatzziel, obwohl er sein Geschäft während des Lockdowns für zwei Monate schliessen musste.

Kein Wunder, denn bei ihm finden die Kunden Musik jedwelcher Richtung – vom Pop-Rock bis zum Hip-Hop. Sogar Schlager, Klassik und Volksmusik sind mit einem kleinen Angebot vorhanden, seit Mitbewerber verschwunden sind. Zwischen 500 und 1000 Artikel geht der Ladeninhaber regelmässig durch, um die richtigen Titel zu finden.

Adi Seeberger hat Stammgäste, die einmal pro Woche vorbeikommen. Aber es gibt auch Gelegenheitskäufer wie das ältere Ehepaar, das erst nach vielen Jahren das Plattengeschäft entdeckte. Einsam fühlt sich der Ladeninhaber ohne Angestellte nicht, denn «es kommen praktisch immer Leute». Samstags am meisten, unter der Woche je nach Wetter und anderen Ereignissen mehr oder weniger. Wer will, kann die Musik auch via Kopfhörer im Geschäft hören.Zwischen 500 und 1000 Artikel schaut Adi Seeberger regelmässig durch. (Bild: Albert Schwarzenbach)

Bancomat für Kryptowährung

Noch heute erinnert sich der Plattenverkäufer an den amerikanischen Musiker Whitfield, der beim Bluesfestival auftrat. Er trampte zufälligerweise in den Laden und entdeckte in den Regalen seine CDs. «This is my music», rief er begeistert. Von diesem Besuch spricht ein Plakat mit Unterschrift, natürlich signiert, das im Laden hängt. Und auch sonst gibt es bei einem Rundgang viel zu entdecken. So ein Bancomat für Kryptowährung. Zwischen 50 und 2000 Franken können in Bitcoins verwandelt werden.

Die Frage, ob es in 20 Jahren auch noch Plattengeschäfte gibt, darf nicht ausbleiben. Die Antwort von Adi Seeberger kommt wie aus einem Rohr geschossen: «Aber sicher! Denn die Grundbedürfnisse der Leute bleiben auch im Internetzeitalter.»

Robert Zupan lässt sich von der Corona-Krise nicht unterkriegen. Er lanciert im Lido ein Winterdorf. Warum es sich lohnt, dort einen Abend zu verbringen – morgen hier zu lesen.

Adi Seeberger,
Old Town Record Store am Falkenplatz

Ich setze auf Inspiration statt auf Resignation

Blog vom 01. Dezember 2020

Albert Schwarzenbach, Präsident "Verein Weihnachten in Luzern": Wie präsentiert sich die Lage des Detailhandels in der Stadt Luzern gegen Ende des Corona-Jahres?

Peter Weber: Anfänglich sind wir verhältnismässig gut durch das Jahr gekommen. Die Zahlen im Sommer waren ermutigend. Die Situation hat sich aber mit der zweiten Welle verschlechtert. Das Home-Office und der Online-Handel wirken sich auf die Umsätze des stationären Handels und der Restaurants aus.

Albert Schwarzenbach: Welche Bedeutung hat das Weihnachtsgeschäft?

Peter Weber: Wir haben ein schwieriges Jahr. Jetzt kommt es darauf an, dass wir im Dezember gute Umsätze erzielen. Gerade seitens des ALI Fonds versuchen wir, die verbleibenden Weihnachtsaktivitäten zu unterstützen, damit doch noch etwas Weihnachtsstimmung aufkommt. Ich setze auf Inspiration statt auf Resignation.

Albert Schwarzenbach: Der ALI-Fonds zur Förderung der Innenstadt will also helfen…

Peter Weber: Ja, er kann es und er tut es. Wir haben in diesem Corona-Jahr viele Projekte gefördert, die sonst nicht oder nur zum Teil zustande gekommen wären. Und wir hätten noch mehr getan, wenn nicht wichtige Anlässe abgesagt worden wären. Der ALI-Fonds ist in der Vergangenheit verschiedentlich kritisiert worden. In Krisenzeiten zeigt sich, wie wertvoll dieses Instrument ist. Es will den Marktplatz nachhaltig fördern.

Albert Schwarzenbach: Wie beurteilen Sie den Blog auf zentralplus, der bis zum 24. Dezember regelmässig über Weihnachtsanlässe und den Detailhandel informieren will?

Peter Weber: Das ist eine sehr gute Idee. Die Beiträge werden die Vielfalt von Weihnachtsaktivitäten aufzeigen, die wir trotz allem noch haben. Die Artikel wecken das Interesse an der Innenstadt. Davon profitieren die Geschäfte und die Gastronomie sowie auch Konsumentinnen und Konsumenten. Die Bevölkerung wird auf interessante Angebote, Traditionen und Aktivitäten aufmerksam gemacht.

Albert Schwarzenbach: Was geschieht, wenn der Corona-Virus längere Zeit bleibt, wir mit Corona leben müssen?

Peter Weber: Es gilt, neue Akzente zu setzen. Ein wichtiges Ziel ist, Unternehmen und Kunden zusammenzubringen, um die regionale Wirtschaft zu stärken. Der ALI-Fonds wird im Rahmen seiner Möglichkeiten die Innenstadt weiter unterstützen.

Wer neue Ideen und Projekte entwickelt, die zur Attraktivierung der Innenstadt als Einkaufsort führen, stösst beim Fonds auf grosses Interesse. Ich selber will Organisationen und Leute vernetzen, um die Mittel zu bündeln und zielgerichtet einzusetzen. Nur gemeinsam kommen wir durch die schwierigen Zeiten.

Die Corona-Zeit kennt auch Gewinner. Den Old Town Record Store am Falkenplatz zum Beispiel. Mehr dazu morgen.

Peter Weber,
Beauftragter für Wirtschaftsfragen der Stadt Luzern

Ein Herz für Kinder

Blog vom 17. Dezember 2017

"Wintervergnügen im Vögeligärtli". So nennt sich der dortige Weihnachtsmarkt. Aber Corona hat diesen Anlass verunmöglicht. Ein Zeichen aber bleibt: ein Weihnachtsbaum mit Wunschzetteln von Kindern aus Luzerner Kinderheimen und einer Heilpädagogischen Tagesspielgruppe. Wer einen dieser Wünsche erfüllen möchte, nimmt den entsprechenden Zettel vom Baum, besorgt sich das Geschenk und bringt es zur Agentur flash communication an der Vonmattstrasse 36, der Veranstalterin des Weihnachtsmarkts. Dort werden alle Päckli gesammelt und am Heiligen Abend in einer Bescherung übergeben. Weitere Informationen unter Tel. 041 535 06 41 oder www.wintervergnuegen-voegeligaertli.ch.

Wintervergnügen Vögeligärtli,